Das deutsch-russische "Theater der Kalligraphie" vereint
verschiedene Künste: Malerei, Tanz, Film, Literatur und Musik. Es entstand 2005
auf Initiative des Malers Viktor Nikolaev (Berlin/Moskau). Die über 40 multimedialen
Performances des Theaters wurden in Berlin, Moskau und anderen Städten gezeigt.
Ziel des Theaters ist die aktive Einbeziehung des Zuschauers in
den Prozess, der auf der Bühne bzw. "Meta-Bühne" geschieht. Dieser Aufgabe dienen
die neuen Ausdrucksmittel: moderner Tanz, "extremaler" Gesang und manuelle Videomalerei.
Die Visualisierung der Ideen entsteht an der Grenze zwischen Komposition und
Improvisation der Darsteller, die einen "kollektiven Körper" bilden und eine
extreme Spannung zwischen Gedanken und kreativer Energie schaffen
Die Kalligraphie in ihrer Vieldeutigkeit äußert sich in hieroglyphischen
Formen, die sich nicht wiederholen, jedes Mal neu erscheinen und sich gleichzeitig
auf intuitive Gesetze des Bewusstseins und Unterbewusstseins stützen. Zum kalligraphischen
Zeichen kann buchstäblich alles werden: das Werken und Wirken des Malers, die
plastischen Körper der Tänzer und die "Klangfiguren" der Sänger und Musiker.
Die neuen Projekte des Theaters wurden vor allem von Werken des
bekannten russischen Schrifthellers Vladimir Sorokin (geb. 1955) inspiriert.
Teilnehmer an den Projekten des Theaters:
künstlerischer Leiter Maler Viktor Nikolaev (Berlin/Moskau), Tänzer Andrei Berezin
(Tanztheater Pina Bausch Wuppertal), Prof. Ingo Reulecke (Hochschule für Schauspielkunst
Ernst Busch, Berlin), Edsel Scott, Anna Melnikova (Berlin), Asja Belaja, Natalia
Tscheban, Anna Abalikhina, Yuriy Ageniy (Moskau), Butoh-Darsteller Minako Seki
(Berlin, Gastprofessorin am Institut für angewandte Theaterwissenschaft Gießen),
Vasiliy Yushenko (Moskau), Musiker Sergey Letov, Fedor Amirov, Elena Zolotova,
Tina Georgievskaya (Moskau), Pascal von Wroblewsky (Spezialgast), Alexander
Frangenheim, Sascha Puschkin (Berlin), Evgeni Makarov (Berlin/Brüssel), Komponist,
Pianist und Dichter Ildar Kharissov (Berlin), Dichter Dmitriy Vedeniapin, Alexej
Prokopiev, Yuri Godovanets (Moskau), Boris Schapiro, Andreas Diehl, Dichter
und Prosaautor Tobias Schwartz (Berlin), Fotografen Igor Mukhin, Vladimir Lupovskoy
(Moskau), Martin Knerner, Boris Mikhailov, Stephan Krasser (Berlin), Filmemacher
Alexey Zhul (Moskau), Linas Burneika (Berlin) u. a.